Es ist wieder mal zu lang her. Ehrlich gesagt weiß ich selbst nicht mehr, wann ich zuletzt hier geschrieben habe – irgendwo zwischen zwei Beuteln Äthiopien-Natural und dem dritten Versuch, einen perfekten Iced Pour-Over hinzubekommen, ist die Zeit einfach vergangen. Aber heute gibt es einen Grund zurückzukehren: Ich möchte über etwas sprechen, das schon seit Jahren auf meinem Tisch steht und sich einfach nicht ersetzen lässt.

Hario. Filterkaffee. Die günstigste Methode – und gleichzeitig die beste.

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Warum ausgerechnet Filterkaffee?

Ich habe Espressomaschinen gehabt, die mehr gekostet haben als mein erstes Auto. Ich habe Siphons betrieben, Aeropresses zerlegt, French Presses verschenkt. Und am Ende lande ich immer wieder hier: Wasser, Papierfilter, Schwerkraft.

Es gibt etwas fast Meditatives daran. Man gießt langsam, man wartet, man hört das leise Blubbern des Wassers durch das Kaffeebett. Kein Druck, keine Pumpe, kein Knopf. Nur du, die Wärme und die Bohne.

Und das Ergebnis? Eine Klarheit in der Tasse, die kein anderes Gerät so hinbekommt. Jede Frucht, jede Säure, jeder florale Moment – alles sitzt da, unverschleiert.


Der V60: Das Original

Der Hario V60 ist für mich so etwas wie ein guter Bleistift. Schlicht. Bewährt. In den richtigen Händen fähig zu großen Dingen.

Das Set für knapp 27 € enthält den Dripper, einen Glasserver, 40 Filterpapiere und einen Messlöffel. Das ist kein Kompromiss – das ist alles, was du brauchst. Der konische Filter, die spiralförmigen Rippen, der einzige Ablauf unten: alles ist darauf ausgelegt, dem Wasser genau so lange Kontakt mit dem Kaffee zu geben, wie du es willst. Vier Minuten oder zwei – du entscheidest. Du bist der Barista.

Der Nachteil, den manche nennen: Die Lernkurve. Der V60 verzeiht wenig. Zu grob gemahlen, zu schnell gegossen, zu heiß oder zu kalt – und die Tasse merkt es. Aber genau darin liegt der Reiz. Wenn du es richtig machst, gibt dir der V60 eine Tasse zurück, die fast keine andere Methode toppen kann.


Der Switch: Filterkaffee mit Sicherheitsnetz

Dann ist da noch der Hario Switch – und der hat mich in letzter Zeit ehrlich gesagt am meisten beschäftigt.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Der Dripper hat ein kleines Ventil am Boden. Du kannst den Abfluss schließen, den Kaffee im heißen Wasser ziehen lassen wie einen Tee – und erst dann öffnen, wenn du bereit bist. Immersion nennt man das. Der Kaffee badet im Wasser, statt nur davon durchflossen zu werden.

Das Ergebnis ist weicher, runder, körperreicher als beim klassischen V60. Weniger Technik nötig, weniger Fehlerpotenzial. Für 33 € bekommst du eine Methode, die selbst an einem müden Montagmorgen um sieben Uhr eine ordentliche Tasse produziert – ohne dass du daran denken musst, wie gleichmäßig du gerade gießt.


Günstig bedeutet nicht weniger

Das ist das Ding, das ich jedem sagen will, der glaubt, guter Kaffee brauche teure Geräte: Ein V60 für 27 € schlägt jede Kapselmaschine für 200 €. Geschmacklich, ökologisch, im Erlebnis.

Die einzige Investition, die wirklich zählt, ist die Mühle – aber das ist ein anderer Artikel. Oder zwei, genau genommen: Wer gerade erst anfängt und nicht viel ausgeben will, dem kann ich den KINGrinder P1 wärmstens empfehlen – für knapp 40 € eine erstaunlich ehrliche Handmühle. Wer schon weiter ist und eine elektrische Lösung sucht, die wirklich präzise mahlt, sollte sich die Fellow Ode Gen 2 ansehen. Mit einer dieser beiden Mühlen und einem der Dripper hier hast du eine Kaffeezubereitung, die sich an Specialty-Coffee-Bars messen kann. Ernsthaft.


Switch oder V60 – was für wen?

Der V60 ist für dich, wenn du Kontrolle liebst. Wenn das Gießen ein Ritual ist und du bereit bist, es zu lernen. Wenn du willst, dass jede Tasse eine Entscheidung ist.

Der Switch ist für dich, wenn du Zuverlässigkeit willst. Wenn der Morgen manchmal hektisch ist. Wenn du trotzdem nicht auf Qualität verzichten möchtest.

Beide kommen aus Japan. Beide kosten weniger als ein Abendessen. Und beide machen Kaffee, der dich erinnert, warum du überhaupt angefangen hast, dich für dieses Getränk zu interessieren.


Es wird nicht wieder so lange dauern bis zum nächsten Post. Versprochen.
Aber jetzt erstmal nen' Kaffee.

– Basti


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